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Der Hahn ist tot
Ingrid Noll

Der Hahn ist tot

Diogenes (01 April 1993)
9783257225754
| Paperback
265 pages | 114 x 182 mm | German

Genre

  • Literatur: Thriller Horror Grusel

Personal

Index 35
Added Date 06 November 2017 19:16:34
Modified Date 29 June 2022 11:56:15

Notes

Das ledige, ältere Fräulein Rosemarie erlebt ihren ersten Frühling, als sie in Liebe zu dem Lehrer Witold entflammt. Sie schleicht fortan bei Nacht- und Nebelaktionen um das Haus des Objektes ihrer Begierde, um es zu beobachten. Bei diesen detektivischen Nachforschungen beobachtet Rosi, wie Witold auf seine alkoholkranke Frau schießt. Sie ist aber nicht tot. Ein Grund für Rosi, sich einzumischen und ihrem Angebeteten tatkräftig zur Hand zu gehen. In ihrem Liebeswahn erwartet sie eine konspirative Zusammenarbeit und ein Entgegenkommen ihres Traummannes.

Bei dieser ersten Leiche bleibt es allerdings nicht. Denn Witold, der sich nicht für Rosi interessiert, ist ein Don Juan und bei Damen jeden Alters heiß begehrt. Rosis Verklärung geht soweit, daß sie die Liebschaften ihres Liebesobjektes für Hindernisse hält, die aus dem Weg geschafft werden müssen. Wie im Rausch, aber dennoch kaltblütig genug, tut sie ihre "Pflicht". Ihre Eifersucht und ihr Liebeswahn befördern immer kriminellere Energien zutage.

Letzten Endes gewinnt sie ihren Witold für sich. Aber nicht so, wie sie es sich erträumt hätte. Ein freches kriminalistisches Stück mit fesselnden Dialogen und Situationskomik.

Pressestimmen
"Ingrid Noll, die nach dem Großziehen dreier Kinder plötzlich diesen flirrend bösen Erstlingsroman schrieb, erzählt mit unbeirrter Gerandlinigkeit, immer stramm aus Rosis Sicht, mit Schnürschuhen und Bordürenrock von Mord zu Mord, und alles geht trotzdem gut aus, und man möchte sich vor Lachen über soviel Abstruses wälzen und gleichzeitig was Wärmeres anziehen, weil es einen gründlich friert, so sehr blickt man in die Abgründe der frustrierten weiblichen Seele. Ein köstliches Buch darüber, wie Frauen über Leichen gehen, um den Mann ihrer Träume zu kriegen. Männer, hütet euch, Rosi Hirte steckt in uns allen!" (Radio Bremen)
"Was ist komisch an dieser Geschichte? Die Ereignisse sind es nicht. Es ist die Naivität, in der die Autorin Ingrid Noll in ihrem Erstlingsroman Der Hahn ist tot ihre Mörderin erzählen läßt. Ist bei Rosemarie eine Schraube locker? Das wäre zuviel gesagt. Und plötzlich, als sich ihre Liebesgefühle zu Machtgefühlen mausern, weiß man's: Sie zahlt der Welt ihr e Existenz heim, ihre vernachlässigte, zur Seite geschobene Existenz. Und das ist dann gar nicht mehr lustig, hinter der literarischen Maske der vergnügten Herzlosigkeit taucht die Fratze der Enttäuschung, der permanenten Einsamkeit auf. Witold verliert am Ende Gedächtnis und Verstand, der Hahn ist tot, nun hat Rosmaries verwundetes Herz endlich Ruhe." (Nürnberger Nachrichten)
"Mit ihren einfühlsamen Milieuschilderungen und Seitenhieben auf die eitle Männerwelt scheint Ingrid Noll ins Schwarze getroffen zu haben. Erste Leserreaktionen haben bestätigt, daß ihr Witold auch in Hamburg, Berlin, Essen und Mannheim leibhaftig gesehen wurde. Das Lebensgefühl, das sich in ihrem Buch ausdrückt, weiß bei aller mörderischen Frivolität um die Einsamkeit des Altweibersommers, die wirkliche Erfahrung von Frauen, die im Leben zu kurz gekommen sind." (Norddeutscher Rundfunk)