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Die Kuba-Krise - die Welt an der Schwelle zum Atomkrieg
Bernd Greiner

Die Kuba-Krise - die Welt an der Schwelle zum Atomkrieg

Beck (2010)
9783406587863
| Paperback
128 pages | 118 x 182 mm | German

Plot

Eingeführte Reihe. Die Konfrontation der Supermächte USA und UdSSR im Oktober 1962 brachte die Welt an den Rand eines globalen Atomkriegs und gilt als Höhepunkt des Kalten Kriegs mit weit reichenden Folgen. Der als USA-kritisch bekannte Historiker (Schwerpunkt "Kalter Krieg", hier zuletzt: "Heiße Kriege im Kalten Krieg", ID 19/06) analysiert Ursache, Verlauf und Auswirkungen der Krise kenntnisreich, informativ, lebendig, detailgenau und auf dem aktuellen Stand der Forschung. Dabei setzt er auch die Charaktere und grundlegenden Denkweisen der 3 Hauptakteure Kennedy, Chruschtschow und Castro in Relation zu ihren Entscheidungen. Über die Kubakrise wurde aus verschiedenen Perspektiven viel geschrieben (hier zuletzt: S. Brauburger, "Die Nervenprobe", BA 1/03, herausragend, leider vergriffen). Greiner veröffentlichte bereits 1988 den Titel "Kuba-Krise" (nicht besprochen), der heute noch als ausführlichste (wenn auch tendenziöse und nicht mehr aktuelle) deutschsprachige Darstellung zum Thema gilt. Preiswert, in reihenüblicher Aufmachung. Literaturhinweise, Register, 2 Karten. (2) (Barbara Riedl)

Personal

Index 4622
Added Date 06 November 2017 20:09:21
Modified Date 11 November 2022 14:53:22

Notes

aus Amazon.de
4.0 von 5 Sternen
Bammel, Dusel...Interessant ! 17. Oktober 2010
Von Michael Werner
Interessant, wie Greiner hier in diesem kurzen Abriss verdeutlicht, wie es damals zuging. Einigermaßen verstörend, welch wichtige Rolle die "human fallibility" spielt (und evtl. wieder spielen könnte), wo es sogar um den Bestand der Weltkugel/Menschheit geht. "WMD"/Kernwaffen gehen über die moralischen Kapazitäten und Fähigkeiten der menschlichen Art hinaus, ihr Vorhandensein stellt ein ständiges "Russisch Roulette" dar. Und damals waren die Arsenale lang noch nicht soweit ausgebaut und perfektioniert wie später, in den 70ern, 80ern bis heute. Greiner setzt sich ab von z.B. US-Erzählungen, Heldengeschichten um Kennedy und seine Umgebung. Man denke an die doch recht lückenhafte Überwachung der Transporte durch die US Navy, die wackligen Befehlsketten. Ernüchternd. Wenn es wieder mal brenzlig würde...Hier noch ein paar kleine Detailkorrekturen: Chruschtschow wurde 1894 nicht in der "Ukraine" geboren, der Ort gehörte auch damals schon zu Russland, bzw. einem russischen Verwaltungsbezirk (Gouvernement Kursk). Er wuchs nur in der Ukraine auf (im Donbass) (S. 29). 2. Frankreich kann 1961/62 noch nicht als westliche Nuklearmacht angesehen werden. Es befand sich noch in der Testphase. Die ersten Atombomben (Fliegerbomben) waren erst ab 1964/65 einsatzbereit (S. 30).
S. Birjusow war nicht Kommandeur der sowjetischen "Strategischen Luftstreitkräfte" (eine Bezeichnung, die es nie gab !), sondern der "Strategischen Raketentruppen" (S. 32). Welches "sowjetische Marineministerium" Greiner auf S. 76 meint, ist unklar.