Die Erzählung 'Abschied von Sidonie' ist eine Geschichte einer wahren Begebenheit in den Jahren 1933 bis 1943. Es geht um das Zigeunermädchen Sidonie Adlersburg, welches vor dem Krankenhaus in Steyr gefunden wird und von Pflegeeltern liebevoll erzogen wird bis sie in das KZ in Ausschwitz kommt und stirbt. Im Buch wird Sidonie, aufgrund ihrer Hautfarbe und Abstammung ständig mit Rassismus und Verachtung konfrontiert.
Mitten im Zweiten Weltkrieg spielt in dem Buch vor allem Politik auch eine große Rolle. (So wird auch ein gewisses Hintergrundwissen vorausgesetzt.) Immer wieder wird gezeigt wie sich Menschen untereinander und miteinander verhielten und wie sich ihre Moral unter der Angst des Nationalsozialismus veränderte.
Es war vom Titel weg klar was mit Sidonie geschehen wird. Jedoch war das Buch nie langweilig. Das Buch ist sehr gut geschrieben, wobei Erich Hackl sehr trocken und distanziert erzählt. Es wird nichts ausgeschmückt. Da es sich um keine erfundene Geschichte handelt sondern um eine wahren Begebenheit, gibt es viele genaue Zeit- und Ortsangaben, welche Hackl genauestens nachrecherchiert hatte. So gibt es aber auch viele irrelevanten Informationen. Fragezeichen oder Anführungszeichen gibt es so gut wie keine, jedoch gibt es viele Kursivschreibungen und Beistriche. Gespräche sind nicht extra gekennzeichnet, trotzdem ist klar wer wann spricht.
Erich Hackl möchte vermutlich auf Rassismus, und seine verheerende Wirkung deutlich machen und zeigen wie es damals war aber auch heute noch sein könnte. Ihm ist es gelungen ein sehr bewegendes und emotionales Buch zu schreiben, welches zum Denken anregt.
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| Added Date | 16 December 2022 12:47:04 |
| Modified Date | 13 June 2024 10:33:21 |