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Das Weiße Band – Eine Deutsche Kindergeschichte

Das Weiße Band – Eine Deutsche Kindergeschichte

The White Ribbon

X-Filme Creative Pool (2009)
Blu-ray
US - R
Drama | Geheimnis | Geschichte | Thriller
Deutschland | Deutsch | Black & White | 02:24

Die Geschehnisse des Films werden aus der Erinnerung des Dorflehrers erzählt. Die Handlung ist im protestantischen Dorf Eichwald in Norddeutschland im Jahr 1913/14 zu Zeiten des Deutschen Kaiserreiches angesiedelt. Männer wie der Pastor, der Arzt und der Baron haben das Sagen und verfügen über Frauen und Kinder. Der sittenstrenge Pastor, der den Konfirmationsunterricht leitet, lässt seine pubertierenden Kinder, nachdem er sie körperlich gezüchtigt hat, wochenlang ein weißes Band tragen, als Mahnung an die Tugenden, von deren Pfad sie abgewichen seien. Der Arzt verachtet und demütigt die heimlich mit ihm liierte Hebamme. Er mißbraucht seine vierzehnjährige Tochter. Der Baron und Gutsherr sieht nach feudalistischer Manier in den Saisonarbeitern lediglich Arbeitsmaterial.

Es kommt zu tragischen, nicht unmittelbar aufzuklärenden Vorfällen: Ein zwischen zwei Bäumen gespanntes Seil lässt den Arzt mit seinem Pferd schwer stürzen. Eine Bauersfrau kommt bei einem Arbeitsunfall im Sägewerk ums Leben. Am Tag des Erntedankfestes wird der Krautgarten des Barons verwüstet und sein ältester Sohn entführt, der am nächsten Morgen gefesselt und misshandelt im Sägewerk aufgefunden wird. Eine Scheune brennt ab. Erst als der behinderte Sohn der Hebamme ebenfalls entführt und schwer verletzt gefunden wird, wird die Polizei verständigt. Doch auch diese kann die Vorfälle nicht weiter aufklären.

Klara, die gedemütigte Tochter des Pastors, tötet den Ziervogel ihres Vaters mit einer Schere und legt den toten Vogel wie gekreuzigt auf den Schreibtisch des Vaters. Für diese Tat schildert der Film keine Konsequenzen, obwohl die Kinder sonst auch für kleine Vergehen hart bestraft werden.

Gegen Ende kündigt die Baronin ihrem Mann an, ihn zu verlassen. Die Hebamme verlässt das Dorf, der Arzt mit seiner Familie ist bereits verschwunden. Nach einer ungewöhnlichen Begegnung des Lehrers mit einer Schar Dorfkinder beginnt dieser die Tatumstände zu hinterfragen. Er spricht mit den Pastorenkindern und äußert gegenüber dem Pastor seine Beobachtung, dass im Vorfeld zu den Taten stets die Dorfkinder zugegen gewesen seien. Der Pastor sieht seine Kinder schweren Verdachtsmomenten ausgesetzt und droht dem Lehrer mit einer Strafanzeige, sollte er seinen Verdacht im Dorf verbreiten. Unklar bleibt angesichts der Anfangsszenen (heftige körperliche Züchtigung, das "weiße Band") und des weiteren Geschehens (u.a. des nicht näher kommentierten "Bekennerschreibens" und des "gekreuzigten" Vogels), inwieweit der Pastor selbst zu entsprechenden Schlüssen gekommen ist, aber aufgrund sozialer Konventionen eine Aufdeckung fürchtet. Der Lehrer schweigt, eine Aufklärung der Geschehnisse erfolgt nicht, die Vorfälle bleiben unaufgeklärt. Der Film endet zum Zeitpunkt des Attentats auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo und der anschließenden Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Der ehemalige Lehrer berichtet, dass er noch bis zu seinem Kriegsdienst im Dorf geblieben sei, später eine Schneiderwerkstatt in der Stadt eröffnet und keine Kontakte mehr zu den Dorfbewohnern gehabt habe.

Quelle: WikiPedia DE