Once Upon a Time in the West
Drei bedrohlich wirkende Männer in langen Staubmänteln betreten einen einsamen Bahnhof mitten in der amerikanischen Wüste. Nachdem sie den Bahnhofswärter in einer Kammer eingesperrt haben, warten sie auf den nächsten Zug. Dieser fährt in den Bahnhof ein, aber anscheinend steigt kein Passagier aus. Als der Zug den Bahnhof wieder verlässt, wollen die Männer gehen. Da hören sie plötzlich eine rätselhafte Melodie. Ein Mann ist auf der anderen Seite des Zuges ausgestiegen und spielt auf einer Mundharmonika. Es kommt zu einem kurzen Gespräch, der namenlose Fremde fragt nach einem Mann namens Frank. Die drei Revolvermänner versuchen, den Fremden zu erschießen, dieser zieht jedoch schneller seine Waffe und kann die drei Männer töten. Einem gelingt es jedoch noch, einen Schuss auf den Fremden abzufeuern. Getroffen sinkt der Mundharmonikaspieler zu Boden.
Der verwitwete Farmer Brett McBain und seine Kinder, die sich auf ihrer Farm in der Wüste auf das Eintreffen seiner künftigen Frau vorbereiten, werden aus dem Hinterhalt umgebracht. Einige ebenfalls in lange Staubmäntel gekleidete Männer treten aus dem Hinterhalt. In diesem Moment läuft der einzig Überlebende der McBains, der kleine Timmy, aus dem Haus. Einer der Revolvermänner fragt Frank, den Anführer der Schar, was sie mit dem Kleinen machen sollen. Nachdem sein Name gefallen ist, tötet Frank sicherheitshalber auch den kleinen Timmy.
Inzwischen trifft McBains erwartete Frau Jill mit dem Zug ein. Da niemand sie vom Bahnhof abholt, organisiert sie sich eine Kutsche, die sie nach „Sweetwater“, McBains Ranch, bringen soll. Die beiden kreuzen die Gleise der Eisenbahn, die sich ihren Weg in den Westen bahnt, und machen eine kurze Pause an einer Art Raststation.
Plötzlich hört man von draußen das Getrappel von Pferden, dann Schüsse und die Schreie von getroffenen Männern. Daraufhin stürmt ein mit Handschellen gefesselter Mann durch die Tür – Cheyenne, ein Outlaw, der sich gerade von seinen Bewachern befreit hat. In der Postkutschenstation wird es totenstill, nur die rätselhafte Melodie des namenlosen Fremden zerreißt die Stille. Cheyenne und der Namenlose wechseln einige Worte. Cheyenne zwingt einen Mann, seine Fesseln mit dem Revolver zu zerschießen, als die Männer seiner Bande die Station betreten. Alle sind in lange Staubmäntel gekleidet. Der Fremde konfrontiert Cheyenne mit seiner Begegnung am Bahnhof, jedoch waren dies keine von Cheyennes Männern. Die Wege der Männer trennen sich wieder.
Jill reist nun weiter auf die Ranch und muss dort erfahren, dass ihr frisch angetrauter Mann und dessen gesamte Familie ermordet worden sind. Sie offenbart den anwesenden Hochzeitsgästen, dass die eigentliche Hochzeit bereits vor einem Monat in New Orleans stattgefunden hat und sie nun die Witwe McBains sei. An die Eingangstür war ein Stofffetzen der langen Staubmäntel genagelt, so dass sofort Cheyenne als Mörder verdächtigt wird. Eine Gruppe von Vigilanten macht sich sofort auf die Suche nach dem vermeintlichen Täter. Jill entscheidet sich, die Nacht auf der Ranch zu verbringen.
Der namenlose Fremde besucht in der Zwischenzeit den Besitzer der Wäscherei in der Stadt. Anscheinend ist er ein Verbindungsmann zu Frank. Er will unbedingt ein Treffen mit Frank.
Jill durchsucht das Haus nach Wertgegenständen. Das einzige, was sie findet, sind Modellhäuser einer Bahnstation und einer Stadt, denen sie aber keine Beachtung schenkt und die sie dem kleinen Timmy zuordnet. Plötzlich wird die Stille durch die Melodie des namenlosen Fremden unterbrochen. Jill schießt aus dem Fenster; danach ist Ruhe.
Am nächsten Morgen will Jill das Haus verlassen. Als sie die Tür öffnet, steht Cheyenne mit seinen Leuten vor der Tür. Er verlangt von Jill einen Kaffee. Während der Zubereitung gibt er ihr zu verstehen, dass er nicht hinter dem Mordanschlag auf ihre Familie steckt. Man versuche gezielt, ihm diese Taten in die Schuhe zu schieben. Cheyenne dagegen schieße aus Prinzip nicht auf Wehrlose und Kinder. Nachdem sich herausgestellt hat, dass es keine Wertsachen im Haus gibt, kann auch Cheyenne nicht nachvollziehen, warum die Familie ermordet wurde. Nachdem er seinen Kaffee getrunken hat, verlässt er die Ranch wieder.
In der Zwischenzeit wird Frank von Mr. Morton, dem Erbauer der Eisenbahnlinie, zur Rede gestellt: Franks Vorgehensweise bei der Landerschließung sei falsch. Anscheinend besteht großes Interesse an genau dem Stück Land, auf dem sich die Sweetwater-Ranch befindet. Morton, der an einer unheilbaren Krankheit leidet (Knochentuberkulose), kann nur noch mit Hilfe eines Stützkorsetts und Krücken gehen. Er verlässt seinen komfortablen, zu einem mobilen Büro umgebauten Salonwagen nicht mehr. Morton ist davon besessen, die Eisenbahnlinie bis zum Pazifik fertigzustellen – und möchte dies noch erleben.
Als Jill ihre Sachen zur Kutsche bringt, um zurück nach New Orleans zu reisen, lauert ihr im Stall der namenlose Fremde auf. Er reißt Jill die Rüschen von ihrem stadtfeinen Reisekleid, damit sie „alltäglich“ gekleidet wirkt, was zunächst wie der Beginn einer Vergewaltigung aussieht, und schickt sie aus dem Stall mit dem Vorwand, sie solle ihm frisches Wasser vom Brunnen holen. Damit will er die von ihm längst entdeckten Männer Franks täuschen, die die Farm beobachten. Offenbar haben sie den Auftrag, Jill, die unerwartete Erbin der Farm, zu beseitigen. Jill geht zum Brunnen, und der Fremde folgt ihr. Während er trinkt, galoppieren die beiden Männer Franks auf die beiden am Brunnen zu. Der Namenlose hat unter seinem auf dem Brunnenrand abgelegten Hut einen Revolver versteckt, mit dem er die zwei Angreifer tötet. Cheyenne beobachtet die ganze Szene aus einem anderen Versteck. Auch er hatte die Gefahr erkannt und wollte Jill, die ihn beeindruckt hat, beistehen. Indem sie sich um Jill kümmern, werden Cheyenne und der Namenlose zu Verbündeten, der eine, um durch sie Frank zu finden, der andere, um sie vor diesem zu beschützen.
Jill geht in die Stadt zur Wäscherei und sagt dem Besitzer, sie wisse alles und wolle mit Frank darüber reden. Dieser stellt sich zwar unverständig, läuft aber nach der Unterhaltung geradewegs zu Frank und Morton in den permanent unter Dampf stehenden Zug. Frank wittert Gefahr und bemerkt am Schatten, dass sich jemand auf dem Dach des Zuges befindet. Es ist der namenlose Fremde, der mehr Informationen herausbekommen möchte. Frank lässt den Zug starten, der in die Wüste hinausfährt. Dort wird der Namenlose gestellt. Frank stößt den Wäschereibesitzer aus dem Zug und erschießt ihn, noch bevor dieser verraten kann, dass sich ein weiterer blinder Passagier, Cheyenne, unter dem Zug befindet. Der Namenlose wird zur Rede gestellt. Auf die Frage, wer er sei, gibt er Namen von Männern an, die Frank auf dem Gewissen hat. Frank verlässt die Szene und lässt den Namenlosen mit Bewachern zurück. Bei der Fahrt zurück in die Stadt gelingt es Cheyenne, den Namenlosen zu befreien. Nun wissen beide, dass sie für dieselbe Sache kämpfen.
In der Zwischenzeit erfährt Jill, dass ein großer Posten an Holz und Baumaterialien an McBain geliefert werden soll. Alles ist schon bezahlt. Lediglich eine Information fehlt noch, was auf das Schild geschrieben werden soll. Jill erinnert sich an die Modelle der Stadt und der Bahnstation – es soll „Station“ auf das Schild geschrieben werden.
Morton besucht Frank in seinem Versteck und konfrontiert ihn mit seinem Versagen. Frank ändert nun seine Pläne und konfrontiert Morton mit dem Gedanken, dass er bald Besitzer der Ranch sein wird, er könne die Witwe McBain ja heiraten. In der einzigen Liebesszene im Film erkennt Frank, dass Jill die Männer mag und ihn sogar will, obwohl sie weiß, dass er ihre Familie auf dem Gewissen hat. Es ist allerdings unklar, ob Frank sie tatsächlich erregt oder Jill ihre sexuelle Freizügigkeit einfach als Waffe einsetzt, um ihr Leben zu retten. Frank lässt sich willig verführen, obwohl er über Fernschreiber erfahren hat, dass Jill in New Orleans als Prostituierte gearbeitet hat und demzufolge vermutlich eine Expertin im Vorspielen von Liebe und Leidenschaft sein muss.
Auf der Sweetwater Ranch erläutert der Namenlose Cheyenne nun all seine Recherchen: McBain hat diese Ranch nicht ohne Grund gekauft. Es ist das einzige Stück Land im Umkreis von 50 Meilen, auf dem es eine ausreichend ergiebige Wasserquelle gibt. Eine Dampflokomotive benötigt Wasser – daher war es offensichtlich, dass die Bahnlinie hier vorbeikommen muss. So hatte McBain einen Vertrag – er darf sein Land behalten, wenn es ihm gelänge, einen Bahnhof zu errichten, noch bevor die Eisenbahnlinie fertiggestellt ist. Ein Bahnhof ist die Grundlage für eine Stadt und als Gründer wäre McBain steinreich geworden. Sofort beginnen Cheyennes Leute mit dem Bau eines Bahnhofs.
In der Zwischenzeit hat Frank seinen Plan geändert. Er schüchtert Jill ein und zwingt sie, die Ranch versteigern zu lassen. Dabei setzt er seine Männer ein, um Mitbieter einzuschüchtern und damit den Preis zu drücken. In letzter Minute wird dieses Vorhaben von dem namenlosen Fremden, der inzwischen den Spitznamen „Mundharmonika“ erhalten hat, durchkreuzt. Der Namenlose ersteigert die Farm mit Hilfe der 5.000 Dollar Kopfgeld, die auf Cheyenne ausgesetzt sind. Cheyenne soll mit der Eisenbahn ins Staatsgefängnis von Yuma eingeliefert werden.
Morton besticht in der Zwischenzeit vier von Franks Männern, diesen zu beseitigen. Frank wird für Morton unberechenbar und somit zur Gefahr. Frank versucht unterdessen in einem Saloon, dem Namenlosen die Farm für 5.001 Dollar abzukaufen, was dieser aber ablehnt. Wieder nach seinem Namen gefragt, nennt er erneut Personen, die von Frank ermordet wurden. Frank verlässt den Saloon, der Namenlose geht zu Jill ins Zimmer, wo sie gerade badet. Dort stellt er sich ans Fenster und bemerkt die Heckenschützen, die Frank auflauern. Mundharmonika warnt Frank, und gemeinsam können sie die Widersacher ausschalten. Jill stellt ihn zur Rede. Er entgegnet, er habe nichts für Frank übrig, aber er wolle nicht, dass er so getötet wird. Frank macht sich wutentbrannt auf den Weg, um Morton zur Rede zu stellen. Doch alles, was er vorfindet, ist das Massaker, das Cheyenne und seine Männer bei der Befreiung ihres Anführers verursacht haben. Morton liegt sterbend am Boden, wo Frank ihn krepieren lässt.
In der Zwischenzeit erreichen die Schienen Sweetwater, und die Arbeiten an der neuen Stadt sind im Gange. Cheyenne, der sich erneut befreien konnte, kommt wieder auf einen Kaffee vorbei. Jill weiß nun, was die Pläne von McBain waren, und will dieses Vorhaben fortsetzen. Nur der namenlose Fremde sitzt am Zaun und scheint auf etwas zu warten.
Frank trifft ein und gibt zu erkennen, dass er nur wegen des Mundharmonikaspielers gekommen sei, um nun endlich zu erfahren, wer er sei. Beide stellen sich zum Duell auf. Nun wird das Rätsel für den Zuschauer aufgelöst. In einer Rückblende in die Kindheit des Namenlosen erfährt man, dass Frank einst dessen Bruder auf sadistische Weise ermordet hat: Dieser wurde an einer Glocke, die in einem alten Torbogen hing, gehängt, auf den Schultern des Namenlosen stehend. Frank steckte dem Jungen, dessen Hände auf den Rücken gefesselt waren, eine Mundharmonika in den Mund, mit den Worten: „Spiel mir das Lied vom Tod.“ (Im Original lautet diese Zeile: „Keep your lovin’ brother happy“, wodurch überhaupt erst deutlich wird, dass der Mann auf den Schultern des Jungen sein Bruder und nicht etwa, wie oft vermutet, sein Vater ist). Der Junge sollte solange spielen, bis er unter der Last des anderen zusammenbrechen und dieser dadurch gehängt würde. Als der Bruder dies erkennt, stößt er den Jungen weg und hängt sich dadurch selbst. Der Junge fällt mit dem Gesicht und der Mundharmonika in den Dreck.
Der Namenlose gewinnt das Duell. Tödlich getroffen sackt Frank zusammen, immer noch mit der Frage, wer der Fremde sei. Dieser steckt Frank die Mundharmonika in den Mund und konfrontiert ihn (aus dem Off und nur in der deutschen Fassung) mit seinen eigenen Worten: „Spiel mir das Lied vom Tod.“ Frank begreift, fällt genauso mit dem Gesicht in den Dreck wie damals der Junge und stirbt.
Obwohl Jill dem Namenlosen ein verlockendes Angebot macht, in Sweetwater und damit bei ihr zu bleiben, reitet er gemeinsam mit Cheyenne in die Wüste hinaus. Doch Cheyenne stirbt: Er erliegt einer Verletzung, die er sich bei der Flucht aus Mortons Zug zugezogen hatte aufgrund seiner Skrupel, auf „Krüppel“ zu schießen. Der Fremde reitet alleine mit der Leiche Cheyennes weg. Gleichzeitig kommt der erste Zug in Sweetwater an. Jill, der finanziell eine goldene Zukunft bevorsteht, folgt dem Rat Cheyennes und geht zu den Arbeitern, um ihnen Wasser zu bringen.
Quelle: WikiPedia DE
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Claudia Cardinale | Jill McBain |
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Henry Fonda | Frank |
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Jason Robards | Manuel 'Cheyenne' Gutiérrez |
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Charles Bronson | Harmonica |
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Gabriele Ferzetti | Morton |
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Paolo Stoppa | Sam |
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Woody Strode | Stony |
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Jack Elam | Snaky |
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Keenan Wynn | Sheriff |
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Frank Wolff | Brett McBain |
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Lionel Stander | Barman |
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Livio Andronico | Bit part |
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Salvatore Basile | Member of Cheyenne's Gang |
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Aldo Berti | Member of Frank's Gang Playing Poker |
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Regina Elena Bisio | Old Woman in the Tavern |
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Joseph Bradley | Train Station Master |
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Frank Braña | Member of Frank's Gang Smoking Pipe at Auction |
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Marilù Carteny | Mourner at Brett McBain's Funeral |
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Saturno Cerra | Member of Frank's Gang on Train |
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Luigi Ciavarro | Older Sheriff's Deputy |
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Spartaco Conversi | Member of Frank's Gang Shot Through Boot |
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Bruno Corazzari | 3rd Member of Cheyenne's Gang |
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Bill Crawley | Railway Worker |
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Takis Emmanuel | Gang Member |
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Paolo Figlia | Member of Frank's Gang |
| Director | Sergio Leone |
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| Writer | Sergio Donati, Sergio Leone, Dario Argento, Bernardo Bertolucci, Mickey Knox | |
| Producer | Bino Cicogna, Fulvio Morsella | |
| Musician | Ennio Morricone | |
| Photography | Tonino Delli Colli | |
| Nr Discs | 1 |
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