Der Film schildert eine Episode im Leben des an Schizophrenie erkrankten Dennis Cleg („Spider“). Dieser wird aus einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt entlassen und in einem heruntergekommenen Wohnheim im Osten Londons einquartiert. Zeitpunkt dieses Handlungsstrangs sind die 1980er Jahre.
Spider ist von Angstzuständen betroffen und kann sich anderen gegenüber nur sehr eingeschränkt verständlich machen. Besonders vor dem Geruch von Stadtgas hat er große Furcht – ein großer Gasometer auf der anderen Straßenseite, direkt vor seinem Zimmerfenster, stellt für ihn eine permanente Belastung dar.
Das Heim befindet sich nahe dem Ort, an dem Spider seine Kindheit verbracht hat. Während er die Orte seiner Kindheit aufsucht, und in schlaflosen Nächten in seinem unwirtlichen Zimmer, versucht sich Spider an die Geschehnisse zu erinnern, die damals zu seiner Einweisung in die Psychiatrie führten.
Eine psychologische Behandlung findet scheinbar nicht statt – Spider ist beim Versuch der Bewältigung seiner Vergangenheit auf sich allein gestellt.
Der zentrale Teil der Handlung findet in Spiders Kindheit in den 1960er Jahren statt. Der Zuschauer bekommt diese Szenen präsentiert, wie sie sich vor Spiders geistigem Auge abspielen. Dabei wird nach und nach deutlich, dass diese Erinnerung nur teilweise der Realität entsprechen kann. Zum einen ist der erwachsene Spider in diesen Szenen als Zuschauer physisch vorhanden; zum anderen werden Situationen gezeigt, von denen er keine direkte Kenntnis haben kann, zum Beispiel einen Besuch seiner Eltern im Pub, während dem er zu Hause blieb.
In Spiders Erinnerung ist die Beziehung seiner Eltern von Anfang an gestört. Der aufbrausende und frustrierte Vater betrügt Spiders Mutter mit der Prostituierten Yvonne. Letztere erscheint Spider als sehr abstoßende, liederliche Person. Die Ehekrise spitzt sich mehr und mehr zu, und schließlich ist zu sehen, wie die Mutter den Vater beim Ehebruch ertappt und von diesem mit einem Spaten erschlagen wird. Die Leiche wird in einem Beet im Schrebergarten der Familie vergraben.
Anschließend nimmt Yvonne im Haus die Rolle der Mutter ein, was Spider mit großem Hass erfüllt. Eine Schlüsselszene spielt sich im Schrebergarten ab, als Spiders Vater ihn zuerst ohrfeigt, und dann fragt, ob er wirklich glaube, dass er die Mutter umgebracht habe. Spider verneint dies, sagt jedoch im Fortgehen leise „sorry“ in Richtung des Beetes, wo er seine Mutter begraben glaubt. Mit der späteren Erkenntnis der Geschehnisse gewinnt diese Szene eine neue Bedeutung: hier wird Spider gezwungen, seine Wahnvorstellungen der Umwelt gegenüber zu verleugnen, ohne sie zu überwinden.
Die Szenen im Haushalt erscheinen zunehmend bedrohlicher und surrealer; beispielsweise tischt Yvonne zum Abendessen rohe, unverarbeitete Fische auf. Schließlich fasst Spider den Entschluss, Yvonne zu töten. Er installiert dazu eine Schnur am Gashahn, so dass er diesen von seinem Zimmer im Obergeschoss öffnen kann. Nachdem er seinen Vater und Yvonne eines Nachts betrunken nach Hause kommen und Yvonne in einem Sessel einschlafen sieht, setzt er seinen Plan in die Tat um.
Während sein Vater sich selbst und Spider retten kann, kommt die Frau, die im Sessel eingeschlafen war, durch das giftige Stadtgas ums Leben. Der Leichnam wird vom Vater aus dem Haus geschleift, und stellt sich als der von Spiders Mutter heraus. Die Anwesenheit von Yvonne im Haus und der Mord des Vaters an der Mutter existierten nur in Spiders Vorstellung. Seine tödliche „Rache“ war jedoch real – er hat seine Mutter getötet und wird in die Psychiatrie eingewiesen.
Der Zuschauer bekommt nur nach und nach enthüllt, dass Spiders Erinnerung nicht der Realität entspricht. Je mehr sich Spider erneut in die damals halluzinierte Bedrohung durch Yvonne hereinsteigert, umso mehr fühlt er sich auch in der Gegenwart bedroht. Schließlich glaubt er, in Mrs. Wilkinson, der unfreundlichen Leiterin des Wohnheims, Yvonne zu erkennen. Er bricht nachts in ihr Zimmer ein, um sie im Schlaf zu töten. Als er schon über ihr Bett gebeugt ist, wird der oben erwähnte, letzte Teil seiner Erinnerung an die Geschehnisse seiner Kindheit offenbar. Die Wahnvorstellungen reißen ab, und er unterlässt die Tat. Am Ende wird der erwachsene Spider erneut in die Psychiatrie eingewiesen.
Quelle: WikiPedia DE
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Ralph Fiennes | Spider |
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Miranda Richardson | Yvonne |
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Gabriel Byrne | Bill Cleg |
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Lynn Redgrave | Mrs. Wilkinson |
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John Neville | Terrence |
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Bradley Hall | Spider Boy |
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Gary Reineke | Freddy |
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Philip Craig | John |
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Cliff Saunders | Bob |
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Tara Ellis | Nora |
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Sara Stockbridge | Gladys |
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Arthur Whybrow | Ernie |
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Nicola Duffett | Barmaid |
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Jake Nightingale | Large Man |
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Alison Egan | Flashing Yvonne |
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Donald Ewer | Toothless Jack |
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Joan Heney | Cook |
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Peter Elliott | Resident |
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Alec Stockwell | Resident |
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Scott McCord | Resident |
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Frank Blanch | Resident |
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Rachel Taggart | Young Woman |
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Olivia Imogen Harris | Child |
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Paul Bateman | London Commuter |
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Greg Bennett | Pub Customer |
| Director | David Cronenberg |
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| Writer | Patrick McGrath | |
| Producer | Maria Aitken, Catherine Bailey, Jane Barclay, Sanjay Burman, David Cronenberg, Charles Finch, Simon Franks, Sara Giles, Samuel Hadida, Victor Hadida, Sharon Harel, Zygi Kamasa, Martin Katz, Hannah Leader, Luc Roeg, Guy Tannahill | |
| Musician | Howard Shore | |
| Photography | Peter Suschitzky | |
| Nr Discs | 1 |
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| Layers | Single side, Single layer |
| Watched | |
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| Index | 1394 |
| Added Date | Feb 16, 2017 15:51:11 |
| Modified Date | Feb 16, 2017 15:51:11 |