Gefängnisbriefe vom 31.08.2010 bis 27.10.2011
Sie haben den spektakulärsten Kunstfälscherskandal der letzten Jahrzehnte verursacht. Das Ehepaar Beltracchi flog 2010 auf, wurde festgenommen und saß 14 Monate lang in Untersuchungshaft. Nur wenige 100 Meter voneinander getrennt - im selben Gefängnis und trotzdem ohne jeden direkten Kontakt. Das Buch sammelt aus den 8.000 Seiten Briefmaterial die Dokumente zusammen, die die Geschichte einer Haft erzählen, den Absturz, den Verlust des Erreichten, die Angst um Menschen, die man liebt. Insofern ist es ein ganz normales, authentisches Knastbuch. Und immer wieder: das Gefängnis als Überlebensort. Probleme machen vor allem die Mitgefangenen. Wolfgang Beltracchi beginnt im Knast damit, seine Mitgefangenen zu porträtieren. Das sichert ihm einen akzeptierten Platz in der Knast-Hierarchie, seine kranke Frau tut sich deutlich schwerer mit dem Gefängnisalltag. Ein durchaus beeindruckendes Buch - nicht nur zum Fälscherskandal - sondern über ein (Weiter-)Leben in schwerer Schieflage, die den Akteuren nicht viel mehr gelassen hat als sich selbst.